Die Geschichte des Meringer Multum in Parvo Papiertheaters (Teil 1)

Sieben Jahre Multum in Parvo Papiertheater und zehn Inszenierungen in den letzten vier Jahren. Grund genug für uns, die Geschichte unseres Papiertheaterverlages und Opernhauses einmal zu rekapitulieren.

So sieht unser Zuschauerraum in der Gegenwart aus, wenn Aufführungen bei uns stattfinden. Weitere Fotos gibt es auf unserer Opernhaus-Webseite.

2010

Im Frühjahr 2010 gründeten wir das Multum in Parvo Papiertheater in München. Schnell merkten wir aber, dass die Fixkosten für unser Vorhaben in der Landeshauptstadt ins Uferlose gestiegen wären. Wir hätten nämlich nicht nur eine Werkstatt anmieten müssen, sondern auch nach einem geeigneten Aufführungsraum suchen müssen, der zusätzliche monatliche Kosten verursacht hätte. Wenig später konnten wir die Gunst der Stunde nutzen – unser Vermieter bot uns viel Geld dafür, dass wir unsere schöne Innenstadtwohnung räumen, damit er sie teuer verkaufen konnte – und sind in einer Blitzaktion von München nach Mering umgezogen. Nur sieben Wochen blieben uns damals Zeit, um die alte Wohnung aus- und das neue Haus erst einmal zu finden und dann schnellst möglich einzuräumen… und das Ganze mit zwei zweijährigen Buben im Schlepptau. Keine leichte Aufgabe, aber wir haben alles pünktlich geschafft.
Fortan waren wir Meringer, was wir noch keinen Tag bereut haben.

2012

Zwei Jahre – bis zum September 2012 – hat es dann bis zu unserer Ladeneröffnung gedauert. Es waren zwei Jahre voll akribischer Kleinarbeit beim Recherchieren nach Bögen, beim Ausbau unserer Papiertheatersammlung, beim Restaurieren der Papiertheater-Schätze, beim Aufbau des Internet-Shops und natürlich auch bei der Einrichtung unseres „Showrooms“, unserem jetzigen Aufführungsraum, der voll ist mit kleinen Theatern, von denen jedes einzelne mit einer eigenen Kulisse bestückt ist. Von Anfang an wollten wir Papiertheater erlebbar machen, die Tiefe der Räume sollte bereits beim Betreten unseres Ladens die Besucher in den Bann ziehen. Die Eröffnung selbst fiel durch einen glücklichen Zufall mit der Eröffnung des großen Meringer Kreisels zusammen. Direkt vor unserer Haustür war extra ein großes Festzelt für diesen Anlass aufgebaut worden. Einige unserer auswärtigen geladenen Gäste waren wegen dieses gigantischen Aufwands für ein neues Papiertheater ziemlich überrascht, bis sie darüber aufgeklärt wurden, dass all dies natürlich nicht wegen unserer Eröffnung, sondern wegen der des Kreisels geschah. Wir durften uns trotzdem sehr darüber freuen, dass unser Bürgermeister Hans-Dieter Kandler eine wunderbare Rede zum Anlass unserer Eröffnung hielt, nachdem unser Pfarrer Prof. Dr. Thomas Schwartz die Räumlichkeiten gesegnet hatte. Nach einigen weiteren Ansprachen wurde dann bis in die späte Nacht gefeiert. Wir fanden es sehr schön, dass durch das benachbarte Festzelt ein reger Publikumsverkehr zwischen Festzelt und unseren Räumlichkeiten stattfand.

Dieses Foto entstand am Abend des Tages nach der Eröffnung unserer Räumlichkeiten. Auf unserer Shop-Seite findet sich eine ganze Galerie mit Fotos von der Eröffnung: Multum in Parvo Papiertheater

2013

Von Anfang an war aber auch geplant, eigene Papiertheaterinszenierungen vor Publikum zu spielen. Am Samstag, den 23. November 2013 um 22:00 Uhr, war es dann endlich so weit. In der Augsburger Volkshochschule am Willy-Brandt-Platz fand unsere offizielle Premiere von Carl Maria von Webers ‚Der Freischütz‘ statt. Damals hatten wir noch keine feste Spielstätte und waren für Aufführungen im Süden Deutschlands mit unserer zerlegbaren Papiertheaterbühne, die in einem Anhänger Platz fand, unterwegs. Ganz besonders gern erinnern wir uns hierbei auch an unseren Stuttgarter Freischütz in den Räumen der dortigen Stadtbibliothek. Von einem fachkundigen Publikum, das zu großen Teilen aus der Stuttgarter Kunst- und Figurentheaterszene bestand, bekamen wir einen sensationellen Applaus, der uns sogar einige Wochen danach noch getragen hat. Bevor diese Aufführung beginnen konnte, gab es aber erst einmal jede Menge Stress, da wir den Stuttgarter Berufsverkehr etwas unterschätzt hatten. Sage und schreibe zwei Stunden benötigten wir für eine Strecke, die sich unter normalen Verkehrsbedingungen in einer guten Viertelstunde bewältigen lässt. Es grenzte fast an ein Wunder,  dass wir mit nur 15 Minuten Verspätung mit unserer Aufführung beginnen konnten.

Premiere: Am Samstag, den 23. November 2013 um 22:00 Uhr, in der Augsburger Volkshochschule am Willy-Brandt-Platz. Infos zu unserer Freischütz-Inszenierung gibt es beim Klicken auf den Link.

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Im nächsten Teil geht es dann weiter mit der Eröffnung unseres Opernhauses im September 2014 mit Wolfgang Amadeus Mozarts Zauberflöte.

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Richard Wagner – Der erste Pariser Ring von 1911 in Bühnenbildmodellen

Wagner und Paris führten seit dem Tannhäuser-Skandal von 1861 wohl eher eine komplizierte Beziehung miteinander. Von elf Wagner-Opern (inklusive Rienzi) fanden nur fünf Erstaufführungen in Paris statt. Die anderen sechs erlebten ihre französischen Premieren in der Provinz. Sämtliche Erstaufführungen in französischer Sprache fanden zudem überhaupt nicht in Frankreich, sondern im Théâtre Royal de la Monnaie zu Brüssel statt. Paris erlebte einen vollständigen Ring erst im Jahre 1911: Walküre (1893), Siegfried (1902), Götterdämmerung (1908) und Rheingold (1909).

Die Galerie dokumentiert die Bühnenbildmodelle, die für diesen ersten Pariser Ring angefertigt wurden. Für den Papiertheaterfreund dürfte hierbei interessant sein, dass sich einige dieser Bühnenbilder problemlos aus vorhandenen Papiertheaterbeständen nachempfinden ließen.

Die Regieanweisungen aus Wagners Textbüchern sind unter jedem Modell dokumentiert.

DAS RHEINGOLD

VORSPIEL, ERSTE SZENE – Woglinde, Wellgunde, Flosshilde, Alberich Auf dem Grunde des Rheines. Grünliche Dämmerung, nach oben zu lichter, nach unten zu dunkler. Die Höhe ist von wogendem Gewässer erfüllt, das rastlos von rechts nach links zu strömt. Nach der Tiefe zu lösen die Fluten sich in einen immer feineren feuchten Nebel auf, so dass der Raum in Manneshöhe vom Boden auf gänzlich frei vom Wasser zu sein scheint, welches wie in Wolkenzügen über den nächtlichen Grund dahinfliesst. Überall ragen schroffe Felsenriffe aus der Tiefe auf und grenzen den Raum der Bühne ab; der ganze Boden ist in ein wildes Zackengewirr zerspalten, so dass er nirgends vollkommen eben ist und nach allen Seiten hin in dichtester Finsternis tiefere Schlüfte annehmen lässt. Um ein Riff in der Mitte der Bühne, welches mit seiner schlanken Spitze bis in die dichtere, heller dämmernde Wasserflut hinaufragt, kreist in anmutig schwimmender Bewegung eine der Rheintöchter.

ZWEITE SZENE – Wotan, Fricka, Freia, Fasolt, Fafner, Donner, Froh, Loge. Allmählich sind die Wogen in Gewölke übergegangen, welches, als eine immer heller dämmernde Beleuchtung dahinter tritt, zu feinerem Nebel sich abklärt. Als der Nebel in zarten Wölkchen gänzlich sich in der Höhe verliert, wird im Tagesgrauen eine freie Gegend auf Bergeshöhen sichtbar. Der hervorbrechende Tag beleuchtet mit wachsendem Glanze eine Burg mit blinkenden Zinnen, die auf einem Felsgipfel im Hintergrunde steht; zwischen diesem burggekrönten Felsgipfel und dem Vordergrunde der Szene ist ein tiefes Tal, durch welches der Rhein fliesst, anzunehmen. – Zur Seite auf blumigem Grunde liegt Wotan, neben ihm Fricka, beide schlafend. Die Burg ist ganz sichtbar geworden. VIERTE SZENE – Alberich, Wotan, Loge, die übrigen Götter, Erda, die drei Rheintöchter. Die Szene verwandelt sich, nur in umgekehrter Weise, wie zuvor; die Verwandlung führt wieder an den Schmieden vorüber. Fortdauernde Verwandlung nach oben. Schliesslich erscheint wieder die freie Gegend auf Bergeshöhen wie in der zweiten Szene; nur ist sie jetzt noch in fahle Nebel verhüllt, wie vor der zweiten Verwandlung nach Freias Abführung. Wotan und Loge, den gebundenen Alberich mit sich führend, steigen aus der Kluft herauf.

DRITTE SZENE – Alberich, Mime, Wotan, Loge. Von verschiedenen Seiten her dämmert aus der Ferne dunkelroter Schein auf: eine unabsehbar weit sich dahinziehende unterirdische Kluft wird erkennbar, die nach allen Seiten hin in enge Schachte auszumünden scheint. Alberich zerrt den kreischenden Mime an den Ohren aus einer Seitenschlucht herbei.

DIE WALKÜRE

ERSTER AUFZUG, VORSPIEL UND ERSTE SZENE – Siegmund, Sieglinde. Das Innere eines Wohnraumes. In der Mitte steht der Stamm einer mächtigen Esche, dessen stark erhabene Wurzeln sich weithin in den Erdboden verlieren; von seinem Wipfel ist der Baum durch ein gezimmertes Dach geschieden, welches so durchschnitten ist, dass der Stamm und die nach allen Seiten hin sich ausstreckenden Äste durch genau entsprechende Öffnungen hindurchgehen; von dem belaubten Wipfel wird angenommen, dass er sich über dieses Dach ausbreite. Um den Eschenstamm, als Mittelpunkt, ist nun ein Saal gezimmert; die Wände sind aus roh behauenem Holzwerk, hier und da mit geflochtenen und gewebten Decken behangen. Rechts im Vordergrunde steht der Herd, dessen Rauchfang seitwärts zum Dache hinausführt: hinter dem Herde befindet sich ein innerer Raum, gleich einem Vorratsspeicher, zu dem man auf einigen hölzernen Stufen hinaufsteigt: davor hängt, halb zurückgeschlagen, eine geflochtene Decke. Im Hintergrunde eine Eingangstür mit schlichtem Holzriegel. Links die Tür zu einem inneren Gemache, zu dem gleichfalls Stufen hinaufführen; weiter vornen auf derselben Seite ein Tisch mit einer breiten, an der Wand angezimmerten Bank dahinter und hölzernen Schemeln davor.

ZWEITER AUFZUG – Wildes Felsengebirge Im Hintergrund zieht sich von unten her eine Schlucht herauf, die auf ein erhöhtes Felsjoch mündet; von diesem senkt sich der Boden dem Vordergrunde zu wieder abwärts.

DRITTER AUFZUG – Auf dem Gipfel eines Felsenberges. Rechts begrenzt ein Tannenwald die Szene. Links der Eingang einer Felshöhle, die einen natürlichen Saal bildet: darüber steigt der Fels zu seiner höchsten Spitze auf. Nach hinten ist die Aussicht gänzlich frei; höhere und niedere Felssteine bilden den Rand vor dem Abhange, der – wie anzunehmen ist – nach dem Hintergrund zu steil hinabführt. Einzelne Wolkenzüge jagen, wie vom Sturm getrieben, am Felsensaume vorbei.

SIEGFRIED

ERSTER AUFZUG – Wald. Den Vordergrund bildet ein Teil einer Felsenhöhle, die sich links tiefer nach innen zieht, nach rechts aber gegen drei Vierteile der Bühne einnimmt. Zwei natürlich gebildete Eingänge stehen dem Walde zu offen: der eine nach rechts, unmittelbar im Hintergrunde, der andere, breitere, ebenda seitwärts. An der Hinterwand, nach links zu, steht ein grosser Schmiedeherd, aus Felsstücken natürlich geformt; künstlich ist nur der grosse Blasebalg: die rohe Esse geht – ebenfalls natürlich – durch das Felsendach hinauf. Ein sehr grosser Amboss und andre Schmiedegerätschaften.

ZWEITER AUFZUG – Tiefer Wald. Ganz im Hintergrunde die Öffnung einer Höhle. Der Boden hebt sich bis zur Mitte der Bühne, wo er eine kleine Hochebene bildet; von da senkt er sich nach hinten, der Höhle zu, wieder abwärts, so dass von dieser nur der obere Teil der Öffnung dem Zuschauer sichtbar ist. Links gewahrt man durch Waldbäume eine zerklüftete Felsenwand. Finstere Nacht, am dichtesten über dem Hintergrunde, wo anfänglich der Blick des Zuschauers gar nichts zu unterscheiden vermag

DRITTER AUFZUG – Wilde Gegend, am Fusse eines Felsenberges, welcher links nach hinten steil aufsteigt. Nacht, Sturm und Wetter, Blitz und heftiger Donner, welch letzterer dann schweigt, während Blitze noch längere Zeit die Wolken durchkreuzen.

GÖTTERDÄMMERUNG

VORSPIEL – Auf dem Walkürenfelsen. Die Szene ist dieselbe wie am Schlusse des zweiten Tages. Nacht. Aus der Tiefe des Hintergrundes leuchtet Feuerschein. Die drei Nornen, hohe Frauengestalten in langen, dunklen und schleierartigen Faltengewändern. Die erste (älteste) lagert im Vordergrunde rechts unter der breitästigen Tanne; die zweite (jüngere) ist an einer Steinbank vor dem Felsengemache hingestreckt; die dritte (jüngste) sitzt in der Mitte des Hintergrundes auf einem Felssteine des Höhensaumes. Eine Zeitlang herrscht düsteres Schweigen.

ERSTER AUFZUG – Die Halle der Gibichungen am Rhein. Diese ist dem Hintergrunde zu ganz offen; den Hintergrund selbst nimmt ein freier Uferraum bis zum Flusse hin ein; felsige Anhöhen umgrenzen das Ufer. Ein Teppich, welcher dem Vordergrunde zu die Halle einfasste, schlägt zusammen und schliesst die Bühne vor dem Zuschauer ab. Nachdem während eines kurzen Orchester-Zwischenspieles der Schauplatz verwandelt ist, wird der Teppich gänzlich aufgezogen.

DRITTE SZENE – Brünnhilde, Waltraute, Siegfried. Die Felsenhöhle (wie im Vorspiel. Brünnhilde sitzt am Eingange des Steingemaches, in stummen Sinnen Siegfrieds Ring betrachtend; von wonniger Erinnerung überwältigt, bedeckt sie ihn mit Küssen. Ferner Donner lässt sich vernehmen, sie blickt auf und lauscht. Dann wendet sie sich wieder zu dem Ring. Ein feuriger Blitz. Sie lauscht von neuem und späht nach der Ferne, von woher eine finstre Gewitterwolke dem Felsensaume zuzieht.

DRITTER AUFZUG – Wildes Wald- und Felsental am Rheine, welcher im Hintergrunde an einem steilen Abhange vorbeifliesst. VORSPIEL UND ERSTE SZENE – Die drei Rheintöchter, Siegfried. Die drei Rheintöchter, Woglinde, Wellgunde und Flosshilde, tauchen aus der Flut auf und schwimmen, wie im Reigentanze, im Kreise umher.

DAS FINALE – Aus den Trümmern der zusammengestürzten Halle sehen die Männer und Frauen in höchster Ergriffenheit dem wachsenden Feuerschein am Himmel zu. Als dieser endlich in lichtester Helligkeit leuchtet, erblickt man darin den Saal Walhalls, in welchem die Götter und Helden, ganz nach der Schilderung Waltrautes im ersten Aufzuge, versammelt sitzen. Helle Flammen scheinen in dem Saal der Götter aufzuschlagen. Als die Götter von den Flammen gänzlich verhüllt sind, fällt der Vorhang.

 

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Unsere Internet-Aktivitäten im Überblick

Hier gibt es einen kurzen Überblick unserer gesamten Aktivitäten in Sachen Papiertheater im Internet.

Unser Papiertheater-Shop

In unserem Shop bieten wir hochwertige Reproduktionen von Figuren- und Bühnenbildbögen, Texthefte, Bauanleitungen und komplette Theater an. Unser Sortiment wird ständig erweitert.

Unsere Opernhaus-Seite

Auf unserer Opernhaus-Seite befinden sich viele Informationen zu unseren mittlerweile zehn Inszenierungen: Videos, Fotos, Entwürfe, Spielpläne, über uns erschienene Artikel und einige Galerien.

Unser Online-Papiertheater-Museum

Unser Online-Papiertheater-Museum zeigt die Sammlungen der bedeutendsten Hersteller von Papiertheater-Bögen: J.F. Schreiber, Jos. Scholz, Imagerie d’Epinal, Seix y Barral und Trentsensky, um nur einige wenige Verleger herauszugreifen. Daneben gibt es auch Online-Ausgaben von Textheften und anderen schönen Dingen, die mit dem Thema Papiertheater zu tun haben.

Hier twittern wir

unsere Neuerscheinungen, über interessante Veranstaltungen oder Websites, schöne Papiertheater-Fotos und viele weitere Dinge, die mehr oder weniger mit dem Thema Papiertheater zu tun haben. Wir bemühen uns um Aktualität uns versuchen mindestens einen Tweet am Tag zu versenden.

Unser Facebook-Auftritt (Verlag)

ist im Unterschied zu diesem Blog nur auf unsere eigene Firma fokussiert. Hier gibt es viele Bilder aber auch nützliche Informationen über unsere Produkte. Der Auftritt wird in regelmäßigen Abständen auf den neuesten Stand gebracht.

Unser Facebook-Auftritt (Opernhaus)

bringt Sie immer auf den neuesten Stand, sobald sich etwas bei uns tut.

Unsere Pinterest-Seite

bietet viele Galerien, die nicht nur um das ‚Papiertheater‘ kreisen, sondern auch um die Themen ‚Malerei des 19. Jahrhunderts‘, ‚Bühnenbildmodelle und -entwürfe‘, ‚Kostüme‘ und vieles mehr.

Eine dänische Papiertheaterlegende zu Besuch in Mering

Im Mai dieses Jahres durften wir uns über den Besuch von Per Brink Abrahamsen in Mering freuen. Die Zeit verging wie im Fluge. Wie nicht anders zu erwarten, kreisten unsere Gespräche immer wieder um das unerschöpfliche Thema ‚Papiertheater‘. Natürlich waren unsere neue Bühne und unsere Neuinszenierung von ‚Rigoletto‘ Schwerpunkte unserer Konversation. Nach einer Privataufführung von Giuseppe Verdis Meisterwerk schrieb Per einen Artikel im European-Paper-Theatre-Magazin über diese Vorstellung.

Per hat uns freundlicherweise gestattet, seinen Artikel auf unserem Blog zu veröffentlichen. Dieser Artikel erschien zuerst im EPT 4 – 2017, S. 75ff. Das Abonnement dieses Magazins ist übrigens gratis und kann mit einer Email an die Adresse modelteater-nyt@grafisk-werk.dk bestellt werden.

English version

Für den Regisseur des „kleinsten Opernhauses Deutschlands“, das übrigens gerade doppelt so groß geworden ist, gibt es wenig Zweifel: Benno Mitschka will mit seinen Opernproduktionen THEATER schaffen, weit weg von den Biedermeier-Salons des 19. Jahrhunderts.

Unser reisender Reporter berichtet.

Das Spielen mit Papiertheater wird oft als Hobby oder sogar als nostalgisches Hobby bezeichnet. Die alten Blätter, oft als Kopien oder Nachdrucke verwendet, werden sorgfältig montiert, akkurat ausgeschnitten und als schöne Bilder auf einer Bühne arrangiert. Oft wird als Proszenium die Kopie eines bekannten Theaters verwendet. In Dänemark handelt es sich dabei in der Regel um das Königliche Theater in Kopenhagen mit seinem Akropolis-Vorhang. Auf diese Weise werden populäre Theateraufführungen der Vergangenheit wiederhergestellt, und daran ist natürlich absolut nichts falsch.

Allerdings gibt es doch auch eine andere Möglichkeit, das Papiertheater-Format zu verwenden, und zwar als eine mögliche heutige Art und Weise, Theater zu machen und das Ganze mit Hilfe der technischen Möglichkeiten, die jetzt verfügbar sind: LED-Licht, Spotlights und Projektionen. Benno Mitschka, der zusammen mit Christine Schenk seit beinahe 3 Jahren an fast jedem Wochenende eine breite Palette von Opern in “ Deutschlands kleinstem Opernhaus“ in Mering zwischen München und Augsburg aufführt (2016 organisierten sie das weltweit erste Papiertheater-Opernfestival, siehe EPT 2016 S. 153-70, 179-82), formuliert es auf diese Weise: „Ich habe die Original-DNA des Papiertheaters genommen und neu zusammengestellt, damit sie in die heutige Zeit passt, aber so, dass es eben immer noch Papiertheater ist. Papier bleibt das Medium, aber ich denke bei der Entwicklung meiner Theaterinszenierungen in Richtung Animationsfilm. So orientiere ich mich bei der Komposition der einzelnen Bilder an den gestalterischen Möglichkeiten einer Filmeinstellung. Der Szenenwechsel soll wie ein Filmschnitt funktionieren, um nur zwei Beispiele zu nennen.“

Deshalb hat sein neues Theaterportal keine Spur mehr von einem traditionellen Theaterproszenium. Es ist nur schwarz mit einem Goldrahmen um die Öffnung herum.

Es ist nicht nur ein anonymer schwarzer Rahmen, sondern die Öffnung ist auch größer, 45 x 65 cm, so dass es möglich ist, Figuren bis zu einer Höhe von 28 cm zu verwenden, mehr als das Doppelte der üblichen Höhe einer Papiertheaterfigur.

„Dieser Rahmen bietet mir ganz andere Gestaltungsmöglichkeiten, da die Größeninformationen, die festlegen, wie groß die handelnden Figuren zu sein haben, wegfallen, und ich somit keine perspektivischen Limitierungen mehr habe. Der Rahmen wird so zum Fenster in die Wirklichkeit des Bühnenraumes“, erläutert der Theatermann sein künstlerisches Konzept.

Ein weiterer Vorteil der größeren Bühne ist, dass nun ein Publikum von bis zu 50 Personen die Möglichkeit hat, von jedem Platz aus das Geschehen auf der Bühne gut verfolgen zu können. Die Aufführungen werden dadurch wirtschaftlich rentabler.

Benno ist überzeugt, dass es möglich ist, die Papiertheateroper damit zu einem kommerziell noch erfolgreicheren Unternehmen zu machen. „Rigoletto“ ist das erste Beispiel dieses neuen Konzepts. Alle Bühnenbilder und Charaktere wurden vergrößert und an die neue Größe angepasst, so dass der Hintergrund bis zu 70 x 100 cm groß ist, und die Figuren vorne eine maximale Größe von 28 cm haben.

Die Konstruktion des Theaters ist wie bisher mit einem Schnürboden, der einen kompletten und unmittelbaren Szenenwechsel ermöglicht, indem man nur an einem Schnur-Bündel zieht. Die größeren Ausmaße des Theaters erhöhen jedoch auch das tatsächliche Gewicht zu ziehen, wenn 4 bis 5 große Blätter gleichzeitig hochgehoben oder gesenkt werden müssen. Ebenso erfordert die erweiterte Höhe der Charaktere stabilere Figurenführer, um das Wackeln zu vermeiden.

Die umfangreiche Nutzung des Schnürbodens bedeutet, dass es im Theaterraum oben zwischen den Gassen keinen Platz mehr für Lichtelemente gibt. Die Bühne wird also vorwiegend von den Seiten beleuchtet, wie aus dem Foto hervorgeht. Das bedeutet auch, dass die Charaktere im hinteren Teil der Bühne etwas schräg stehen müssen, um nicht im Schatten zu sein.

„Die neue Bühne bietet mir die Möglichkeit, mit einer professionellen Theaterbeleuchtung zu arbeiten. Eine Beleuchtung von oben gibt es nur noch von vorne durch die Verwendung dreier großer Theaterspots, die vor dem Proszenium installiert sind. Ebenfalls vor dem Theaterportal befindet sich ein ein Meter langer LED-Bar, der als Fußlicht zum Einsatz kommt“, beschreibt der Künstler seine lichttechnischen Neuerungen.

Die neue Größe eröffnet auch neue Inszenierungsmöglichkeiten mit den Figuren. Der gesamte Bühnenraum ist jetzt nutzbar, da auch die aus perspektivischen Gründen kleineren Figuren im Hintergrund der Szenerie immer noch so groß sind, dass sie auch in den hinteren Reihen vom Publikum gesehen werden können.

In seiner Interpretation der Oper „Rigoletto“ sieht Benno Mitschka den Konflikt und den Kontrast in der Liebe und Sorge des Titelcharakters für seine Tochter im Gegensatz zu seinem skrupellosen Verhalten gegenüber seiner Umgebung. Er ist beispielsweise nicht dazu in der Lage, seine eigene Vaterliebe so zu abstrahieren, dass er diese Gefühle auch Monterone zugesteht, der sich in ähnlicher Weise um seine Tochter sorgt. Dieses schizophrene Verhalten wird am Ende auch für Rigoletto selbst tragische Konsequenzen haben.

Die verwendete Aufnahme stammt aus den 1930er Jahren mit dem dänischen Sänger Helge Roswænge als Herzog. Wie bei den übrigen Aufführungen sind die Bühnenbilder naturalistisch. Sie stammen sowohl aus dem Papiertheaterfundus (u.A. d’Artagnans Zimmer von „Die drei Musketiere“!) sowie aus vielen anderen Quellen und wurden anschließend von Benno bearbeitet. Die Figuren basieren auf sehr detaillierten zeitgenössischen Kostümskizzen und funktionieren auch im großen Maßstab sehr gut. Wenn die (kleineren) technischen Probleme gelöst sind, wird das Multum in Parvo Opernhaus in der Lage sein, als Deutschlands kleinstes Opernhaus fortzufahren, aber jetzt doppelt so groß.

Anmerkung des Blogbetreibers: Von unserem Rigoletto gibt es übrigens mittlerweile die ersten 3 Minuten der Aufführung als Videoclip zu sehen: https://www.facebook.com/Kleinstes.Opernhaus/videos/1357747847678126/ Weitere Informationen befinden sich hier: http://papiertheater.net/rigoletto.html

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25 Jahre Freunde des Augsburger Puppenspiels e.V.

Multum in Parvo Papiertheater nimmt an Jubiläumsausstellung teil

Der Verein Freunde des Augsburger Puppenspiel feiert in diesem Jahr sein 25jähriges Bestehen. Aus Anlass dieses runden Jubiläums findet vom 28.11.2017 bis zum 6.1.2018 eine Ausstellung in der Stadtsparkasse Augsburg in der Halderstraße statt.
Wir freuen uns, dass wir als Vereinsmitglieder ebenfalls bei diesem Ereignis dabei sein dürfen.
Am 20.7. fand eine Besichtigung des Ausstellungsortes statt. Wir waren zusammen mit einigen Kollegen vor Ort. Die Vitrinen wollen schließlich mit Leben erfüllt werden.

Natürlich hoffen wir, dass durch diesen großartigen Event auch der Bekanntheitsgrad des Papiertheaters in der Region noch weiter steigen wird. Die Ideen, wie wir unseren Ausstellungsbereich gestalten könnten, sprudeln glücklicherweise. Natürlich werden wir jetzt noch nicht alle davon hier veröffentlichen.

So viel sei allerdings jetzt schon verraten: Die finsteren Gestalten mit den Hellebarden werden in unserem Beitrag zur Ausstellung eine wichtige Rolle spielen. Bis zum Aufbau am 24.11. gibt es allerdings noch viele technische Herausforderungen zu meistern.

 

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Unser Freischütz nimmt Gestalt an

Die Bühnenbilder sind mittlerweile alle ausgeschnitten. Auch die Figuren sind, nachdem sie in Photoshop für unsere Inszenierung bearbeitet worden sind, ebenfalls alle ausgeschnitten. Das Beleuchtungskonzept steht im Großen und Ganzen. Die Premiere rückt also mittlerweile in greifbare Nähe.

Hier dokumentieren wir nun Teile unserer Arbeit am ersten Akt. Das Licht ist zu Beginn der Szene noch relativ grell. Max wurde beim Wettschießen von dem Bauern Kilian besiegt und wird nun von allen gehänselt.

Das Licht zu Beginn des ersten Akts

Das Licht zu Beginn des ersten Akts.

Im Laufe des ersten Akts wird es dann langsam dunkel. Lichttechnisch gesehen wird alles also immer bläulicher und monochromer. Kleinere Lichtschwankungen, wie sie zum Beispiel durch die Sonne verdunkelnde Wolken geschehen, haben wir hierbei ebenfalls simuliert. Diese kleinen Lichtänderungen im Hintergrund sollen auf subtile Art und Weise ein realistisches Licht simulieren, um das Unterbewusstsein des Zuschauers in diese Miniaturwelt des Papiertheaters noch besser hineinzuziehen.

Theatralisch wird das Licht dann gegen Ende des ersten Akts. Max hat die Szene verlassen und Kaspar versinkt ganz und gar in seine Rache-Phantasien. Szenisch wird das Ganze im Moment so aussehen, dass Kaspar ganz vorne in der Mitte der Bühne steht: „Schweig, schweig – damit dich niemand warnt!“ Samiel erscheint im Hintergrund vor dem Wirtshaus. Das Licht verfärbt sich immer stärker von hinten ausgehend ins Rot. Die Welt der Wolfsschlucht leuchtet hier ständig noch bedrohlicher auf.

Gegen Ende des ersten Akts vom Freischütz

Gegen Ende des ersten Akts.

Im Laufe dieser großartigen Arie erscheinen dann auch immer mehr Geistererscheinungen von allen Seiten und umringen Kaspar. Mit den letzten Takten der Musik ist dann auch die ganze Bühne in blutrotes Licht eingetaucht. Der Vorhang fällt.